Kritik ja – aber nur wenn sie angebracht und konform ist

Es ist schon erstaunlich, wie schnell mit zweierlei Maß gemessen wird, wenn in Deutschland der Faktor „Minderheit“ ins Spiel gebracht wird. Ich weiß das, denn ich gehöre zu einer Minderheit. Und als Mitglied einer solchen begebe ich mit tagtäglich auf einen Spießroutenlauf. Ich lese in den sozialen Medien, wie meine Minderheit zunehmend diskriminiert wird, wie Mitglieder aufgrund ihrer bloßen Zugehörigkeit weltweit überfallen oder exekutiert werden. Stell DU – lieber Leser – dir bitte mal für einen Augenblick vor, dass du dein Leben, wie du es gerade führst, nicht mehr weiterleben kannst. Du wirst gezwungen, es zu konformieren, es so zu leben, wie es eine vermeintliche Mehrheit der Gesellschaft erwartet. Du darfst plötzlich deinen Alltag nicht mehr so gestalten, wie du ihn möchtest, du darfst nicht mehr lieben, wen du möchtest, du darfst nicht mehr die Kleidung tragen, die du möchtest. Und nur, weil vielleicht die Menschen, die um dich herum leben, die überhaupt nichts mit dir und deinem Leben zu tun haben, deren Namen du nicht mal kennst, die nicht mal deinen Namen kennen, weil diese Menschen nicht wollen, dass du bist, wie du bist. Das ist absurd! Aber genau das ist es, was derzeit in Deutschland passiert. Jeden Tag!

In welcher Epoche leben wir eigentlich gerade?

 

Die Nachrichten sind derzeit voll von politischen Meldungen, die einen Rechtsruck der Gesellschaft behandeln. Zurück zu konservativen Werten der Gesellschaft. Die Alternative für Deutschland liegt in den Umfragen so weit vorne, dass sie bei den Wahlen 2017 wohl drittstärkste Kraft im Bundestag wird. Erschreckend! Aber was sind denn diese „konservativen Werte“? Man könnte jetzt einfach das Parteiprogramm der AfD runterrasseln, aber das wäre zu langweilig. Mir geht es eher um das große Ganze. Und da sind einige Faktoren zu beachten. Zum einen bewegen wir uns gesellschaftlich seit den 70er Jahren zunehmend in einer mehr und mehr liberalisierenden Epoche. Was gut war, denn nach dem Schmodder der Kriegsjahre, war es an der Zeit, den braunen Sumpf zu verlassen und nicht mehr mit einem volkstümlichen Kollektiv zu denken. Die Menschenrechte, die Rechte des Einzelnen und das Individuum als solches standen im Zentrum eines politischen, wirtschaftlichen und auch privaten Denkens. Flower-Power und so. Im Zuge dessen hat sich eine allgemeine Akzeptanz anderer, modernerer Lebensstile etabliert. Es gehörte irgendwann zum Alltag, alleinerziehende Mütter und Väter zu sehen, homosexuelle Paare, die zusammen leben, Familien aus anderen Religionen und Kulturen, die in der Nachbarschaft wohnen, ja sogar Elektroautos. All diese Dinge bestimmten eine meist urbane Atmosphäre.

Jugend forscht im Muff der Geschichte

Ich denke, dass gerade die boomenden Geistes- und Sozialwissenschaften der 70er- und 80er-Jahre dazu beigetragen haben, eine gewisse Mentalität des kritischen Hinterfragens zu etablieren. Es wurde alles und jeder in Frage gestellt. Alle grauen und marode erscheinenden Strukturen, alle eingefahrenen Wege und Bahnen der letzten Jahrzehnte wurden hinterfragt, der Mief der konservativen Wohlstandsnachkriegszeit wurde gelüftet und die Ära Adenauer mit den dunklen Anzügen aus der Bundesrepublik gefegt. Die Alten kamen in Bedrängnis, die Floskel „das war schon immer so“ zu erklären. Langsam, aber stetig, entwickelte sich eine Gesellschaft, die liberaler wurde, freigeistiger, säkularer. Man lebte das Individuum und lebte es emotional. „Das war schon immer so“ war out. Es waren die neuen Wege, die frei und flink ergründet werden wollten, wie Kinder bei Jugend forscht. Und sie wollten sich komplett von dem Muff und dem Staub der Zeit absetzen.

Kritik nur des Kritisierens wegen?

Vielleicht war es sogar so, dass zu viel hinterfragt wurde. Dass zu kritisch vorgegangen wurde. Dass irgendwann in den 2000ern das Hinterfragen nur noch des Hinterfragens wegen stattgefunden hat. Vielleicht muss es immer Extrema geben. Extrema polarisieren, damit das Gros sich seine Meinung irgendwo in der Mitte bilden kann. Die Verlagerung der Extrema ist dann interessant. Und somit dann auch die Mitte.

Aber das ständige Hinterfragen nur damit man mal hinterfragt, wurde mir als Geisteswissenschaftler qua Ausbildung in die Wiege gelegt. Ich habe in der Ära Merkel die Uni besucht. In einer Zeit, da „der Deutsche“ gechillt sein Wohlstandsbäuchlein – respektive Wampe – genährt hat. Aufmucken war nicht. Ganz nach dem Vorbild von Mutti Deutschland wurden die Hände karoförmig in den Schoß gelegt, der Vorgarten auf neckische 5 cm getrimmt und auch sonst nichts in den germanischen Alltag hineingelassen, das die Gartenzwerge irgendwie stören könnte. Man hatte ja alles. Die Steuern waren ganz passabel, man hatte ein Auskommen, das Bruttoinlandsprodukt war hoch wie nie, außen- wie innenpolitisch waren die Wogen sanft wie ein Sommertag an der Ostsee. Aber genau das war das Problem!

„Setz‘ dich, nimm dir ’nen Keks, mach‘ dir bequem…“

Was wäre das denn für ein Deutscher, wenn er sich nicht aufregen könnte? Ich war an der Uni Bremen. Verschrien als eine linke Kaderschmiede. Die Uni wurde – wie bedeutungsschwanger – 1968 gegründet. Die Diskussionskultur war wohl auch – vor meiner Zeit – sehr hoch. Proteste, wohin das Auge, respektive der Arm, der die Schilder hochhielt, reichte. Als ich an der Uni war, erinnerte der Asta in seiner Protestkultur eher an die „Volksfront von Judäa“ in „Das Leben des Brian“. Es wurde viel geredet. Sehr viel! Gehandelt wurde eher weniger. Um zum Handeln zu gelangen, mussten extrem viele Beschlüsse gefasst werden. Heraus kam dabei eher wenig. Man wollte dann doch lieber am Tisch Politik betreiben. Was Monty Python aber schon in den 80ern so zynisch aufs Korn nahm, zeigte sich in meinem Erleben dann in den 2010ern. Es wurde das Establishment hinterfragt und kritisiert. Die bestehende Regierung – ob es nun die Bundesregierung oder die der Universität war, spielte dabei keine Rolle – war prinzipiell Stein des Anstoßes. Es läuft nie rund. Irgendwas ist immer zu bemängeln. Im Prinzip ist das ja ein gutes Verhalten! Wenn jemand nie zufrieden ist, erreicht er dadurch eine stetige Verbesserung des Status‘ quo für die gesamte Gesellschaft. Es ist auch noch nicht einmal die Tatsache, dass dauernd kritisiert wird (das nehme ich noch in einem anderen Artikel aufs Korn), sondern es ist die Art und Weise, wie mit zweierlei Maß gemessen wird.

In der Diskussions- und Kritikkultur und vor allem in der oben beschriebenen Freiheit, die die Menschen für sich entdeckt haben, ist es völlig natürlich geworden, dass sich Menschen ausleben. Was absolut und unabdingbar gut ist! Was sich in der Gesellschaft beim Streben nach Glück und Freiheit gebildet hat, ist eine Art aggressive Toleranzsucht. Wer seine Probleme hat, irgendeine Art von Lebensweise zu tolerieren, wird in einer sehr aggressiven Gesprächskultur vom Gegenteil überzeugt, sozusagen zwangstoleriert. Das heißt also, dass die Menschen gerne frei sein möchten, so leben wollen, wie sie sind und nicht von anderen belehrt werden wollen, wie sie zu leben haben. Was absolut erstrebenswert ist. Jeder kann sein, wie er will, alle sind gleich, ob Jude, Moslem, Christ, ob hetero, schwul oder trans, ja, man darf sogar Bayernfan sein. Aber wehe, es kommt einer daher, der sagt, dass des ois Schmarrn is. Wenn jemand eben nicht der „gängigen Meinung“ ist, dann wird er verbal niedergeknüppelt. Aber Leute, das ist erst recht Schmarrn! Wenn ich schon die ganze Zeit auf Toleranz poche, dann muss ich auch Toleranz gegenüber denen zeigen, die eben nicht meiner Meinung sind.

Bringen wir ein paar Beispiele.

Die LGBT-Gemeinde möchte gerne akzeptiert sein. Ich bin auch absolut für eine generelle Gleichstellung im Gesetz mit heterosexuellen Paaren. Ich muss mich nicht dafür verstecken, wen ich liebe. Ob das ein Mann oder eine Frau ist, spielt keine Rolle. Das Problem bei der Akzeptanz ist aber das Rollenverhalten, das LGBT in der Öffentlichkeit annehmen. Mit einem aggressiven Vorgehen wird man wohl keine Akzeptanz erreichen.

(Im Übrigen bin ich sehr für die Verwendung des Wortes Akzeptanz gegenüber von Toleranz. Ja ja.. Ich weiß, semantische Rumkackerei, aber isso. Toleranz kommt von tolerare, was ertragen, erdulden bedeutet, wohingegen Akzeptanz von accipere kommt, was aufnehmen, annehmen heißt. Is dochn anderer Schnack, oder?)

Und sind wir mal ehrlich: Wir sind eine Minderheit! Natürlich müssen LGBT gleichberechtigt sein! Wir sind Menschen, genau wie alle anderen auch und haben somit die gleichen Rechte. Ich fordere die Rechte auch ein. Aber um die Akzeptanz innerhalb einer Gesellschaft zu erreichen, muss ich Verständnis schaffen. Und das erreiche ich nicht durch ein Gepolter oder ein Zurschaustellen gerade der Vorurteile, die gerne von Menschen bedient werden wollen, die eben nicht ganz so tolerant sind und LGBT gerne auf ner einsamen Insel im Pazifik sähen.

Letztes Jahr gab es in einem Wiener Kaffeehaus einen Zwischenfall. Zwei Lesben sind des Hauses verwiesen worden, weil sie sich geküsst haben. Daraufhin fand eine Protestkundgebung statt. Soweit so friedlich. War ja auch ok, dass der Besitzerin gezeigt wird, dass sie so nicht agieren kann. Ich fand es auch gut, dass sich Menschen solidarisiert haben. Dann habe ich aber in den sozialen Medien mal etwas genauer recherchiert und herausgefunden, dass die beiden Protagonistinnen zum einen nicht nur bekannt für die Provokation solcher Aktionen sind, sondern offenbar in dem Café ordentlich rumgeleckt haben. Und sorry, das möchte ich mir von niemandem ansehen. Nicht von zwei Frauen, nicht von zwei Männern, nicht von einem Mann und einer Frau, nicht von zwei Ziegen. In diesem Fall wäre ich einem Wirt sehr dankbar gewesen, eingegriffen zu haben. Bei dem danach eskalierten Streit sind die beiden wohl des Hauses verwiesen worden.
Ich will den beiden Mädels nichts Böses unterstellen, sie haben vielleicht nur gedacht, den öffentlichen Blick auf ein Thema lenken zu wollen, über das dringend nachgedacht werden muss, aber das ist der falsche Weg. Wenn ich mich in eines der traditionsreichsten und konservativsten Wiener Kaffeehäuser setze und hemmungslos und wild mit meiner Freundin rumlecke, muss ich damit rechnen, dass es zum Eklat kommt. Das schadet dem Ansehen der LGBT-Bewegung mehr, als dass es nützt!

Im Übrigen wurde im Zuge der Protestkundgebung die Außenfassade des Kaffeehauses mit Sprüchen gegen die Besitzerin besprüht. Was soll das?

Fremdenhass provozieren

Ein anderes Beispiel: In Deutschland schwelt derzeit ein ziemlich großer Fremdenhass. Das weiß wahrscheinlich niemand mehr, als genau diejenigen, die tagtäglich zeigen müssen, dass sie anders sind. So zum Beispiel eine Frau, die sich in München aufgrund des Tragens eines Niqab einer Beleidigung aussetzen musste. Sie zeigte den Mann, der sie beleidigte an und der Fall ging vor Gericht. Dort weigerte sie sich allerdings, dem deutschen Recht folgend, ihre Verschleierung aufzuheben und berief sich auf ihre Religionsfreiheit. Nachdem das Gericht ein Gutachten aus Saudi-Arabien eingeholt hatte, das erklärte, dass vor Gericht das Ablegen des Niqab durchaus erlaubt sei, weigerte die Frau sich trotzdem vehement. Erst in der Revision des Falles und unter Androhung von Haftstrafe zeigte sie ihr Gesicht der Richterin.

Auch diese Frau hat der Gesamtakzeptanz von Niqab-Trägerinnen in Deutschland eher geschadet, als ein gezieltes Auseinandersetzen mit dem Thema zu fördern.

Nazifizierung?

Aber was darf ich denn eigentlich kritisieren? Und wie darf ich kritisieren? Die Gesellschaft als solche darf ich immer kritisieren. Mit der geht’s ja auch den Bach runter. Immer. Prinzipiell. Gefühlt schon seit Jahrtausenden. Was ich nicht darf, ist Minderheiten kritisieren. Wieso denn nicht? Machen Minderheiten keine Fehler? Ist da immer alles rosig? Haben die es eh schon so schwer, dass man die nicht auch noch kritisieren sollte? Und warum bin ich sofort ein Nazi, wenn ich als Deutscher eine Kritik anbringe, die vielleicht sogar Hand und Fuß hat? Super. Ein schwuler Nazi. Soll’s ja geben. Es muss sich nicht jeder sofort auf den Fuß getreten fühlen, wenn man mal sagt, was schief läuft. Warum darf ich denn nicht sagen, dass es Strömungen im Islam gibt, die eben nicht Liebe sind? Der Koran ist – genau wie die Bibel – ein Buch, das kontextualisiert werden muss und nicht für uns heute geschrieben wurde. Sowohl das eine, als auch das andere gibt Denkanstöße für Lebensweisheiten, keine 1:1-Betrachtungen. Hat nur noch nicht jeder Christ und jeder Muslim geschnallt. Nur eines der Themen, für die man derzeit nazifiziert wird.

Wie ist das eigentlich mit der (Meinungs-)Freiheit?

Das Ding ist doch, dass wir in einem demokratischen Staat mit einer Meinungsfreiheit leben. Das mit der Meinungsfreiheit wird aber ein bisschen falsch verstanden. Ich darf meine Meinung sagen, solange sie nicht mit anderen Gesetzen kollidiert. (GG, Art.5 (2)) Ich kann meine eigene persönliche Freiheit so lange ausleben, solange sie nicht mit anderen Gesetzen kollidiert. Ich kann in meinem Haus machen, was ich will, solange ich nicht mit anderen Gesetzen kollidiere. Ist doch geil 🙂

Auf die Meinungsfreiheit muss ich ganz kurz noch eingehen: Ich darf mich nicht hinstellen und sagen, dass Schwuchteln in die Gaskammer gehören. Wenn ich das mache, ist das nicht mehr meine persönliche Meinung, sondern eine Straftat. Auch Homophobie ist eine Straftat, keine Meinungsfreiheit!

Wenn mir jemand sagt, er findet Schwule scheiße, frage ich warum. Daraus könnte sich ein Gespräch entwickeln über das Für und Wider. Wenn er danach immer noch der Meinung ist, dass er Schwule scheiße findet, dann ist das seine ganz eigene persönliche Meinung. (Natürlich hab ich ganz tolle Argumente!) Dann ist das so. Ob ich das bekloppt finde oder nicht ist völlig egal. Dann werde ich aber nicht mit Knüppeln auf ihn losgehen oder krampfhaft versuchen, ihn davon zu überzeugen, dass Schwule ganz schnulliwuck sind. Denn im Endeffekt ist es mir schnulliwuck, ob er mich geil findet. Das peppt mich auch überhaupt nicht, denn es ist seine Meinung und die wird in diesem Land sehr hoch gehandelt. Die darf er auch haben. In seinem Haus und solange er nicht mit anderen Gesetzen kollidiert. Warum sollte ich also krampfhaft versuchen, ihn zu überzeugen?! Er muss mich nicht mögen, er muss mich nicht „tolerieren“, er ist nur dazu verpflichtet, – und das ist mein fucking Grundrecht! – mich in dieser Gesellschaft mit allen meinen Rechten zu akzeptieren! Und – jetzt kommt der Knüller – ich akzeptiere ihn auch. Obwohl er auf Frauen steht.

Konforme Kritik? Wieso, zum Fuchs??

Was ist denn konformisierte Kritik? Ich darf alles und jeden kritisieren, aber nur, wenn es mit der gängigen Meinung konform ist. Das ist doch Bullshit. Ein demokratisches Land muss auch mit unliebsamer Kritik umgehen können. Und wenn man mit der Kritik Zonen streift, die heikel sind, dann ist das eben so. Es gibt eben Dinge, die auch angesprochen werden müssen, die aber nur hinter vorgehaltener Hand irgendwo getuschelt werden. Man fühlt sich dann gleich schlecht. Ich bin nun mal beispielsweise der Meinung, dass Frauenbeauftragte abgeschafft gehören, der Staat Israel viel zu sehr in Schutz genommen wird und Coke Zero scheiße schmeckt. So. Wir können gerne darüber diskutieren. Ich bin der Meinung, dass nichts unausgesprochen sein darf, in einem Land, das frei von Zensur sein will. Solange es nicht mit bestehenden Gesetzen kollidiert.

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Ein Gedanke zu “Kritik ja – aber nur wenn sie angebracht und konform ist

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