Quicky des Tages: Danksagungen

Eben eine Durchsage in der Bahn: „Beim Verlassen des Zuges achten Sie bitte darauf, dass Sie Ihre persönlichen Gegenstände mitnehmen. Vielen Dank!“ Warum bedankt der sich? Sollte ich mich nicht eher bedanken? Der kennt mich offenbar. Ich lass immer alles liegen. Ist ja nett von ihm, dass er mich erinnert. Als ich dann so da saß und verwirrt darüber nachdachte, wieso zum Fuchs der Typ auf dem Band sich bedankt, wenn er Leuten einen freundlichen Hinweis gibt, fiel mir auf, dass sich dauernd und inflationär bedankt wird. Eigentlich für so ziemlich alles. Es ist ja schön, höflich zu sein. Steh ich drauf und es erleichtert den Umgang mit Menschen. Weiterlesen

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Wahlkampf, wo bist du?

Es wird langsam mal Zeit, die Wahlkampfmaschine anzukurbeln. Eigentlich sollte ja immer Wahlkampf sein, finde ich. Ein Politiker möchte zwar (wieder-)gewählt werden und legt in den Moment der Wahl seine Hauptmotivation, das heißt aber nicht, dass er nicht für die Menschen, die ihn wählen, in den Momenten, in denen sie nicht Kreuze machen, nicht da sein sollte. Der Wählerauftrag sollte immer im Hinterkopf und Teil einer ständigen Selbstreflexion sein.
Soweit zur Illusion. Weiterlesen

Reaktionen auf Orlando: Am Pulse der Rand-Gesellschaft

Ich lebe in Deutschland. Einem westlichen, aufgeschlossenen und liberalen Land. MEINE Bundeskanzlerin, die stellvertretend für MEIN Land, für MEIN Volk steht, hat in ihrer knappen Ansprache zu dem unglaublich perfiden Massaker in Orlando keine Worte finden können, in denen ich mich wiederfinden könnte. Merkel spricht die Worte „Wir sind fest entschlossen, auch wenn solche mörderischen Anschläge uns in tiefe Trauer versetzen, unser offenes und tolerantes Leben fortzusetzen.“ Aha. Soll sie mal machen. Das tolerante und offene Leben, das sie führt, fortsetzen. Handraute. Und schon wieder störe ich mich da an der Semantik. Wie in einem anderen Artikel schon besprochen, habe ich, und haben wohl alle anderen LGBT, überhaupt kein Interesse daran, toleriert zu werden. Nö! Ich VERLANGE, akzeptiert zu werden, ob meine Mitmenschen meinen Lebensstil gutheißen oder nicht. Ich verlange das, weil ich genauso jeden anderen akzeptiere, auch wenn er mir tierisch auf den Sack geht. Die Omi, die an der Kasse vor mir ihre ganzen Cents raussucht, wenn ich es eilig habe, Fahrradfahrer, die meinen, die Straße gehöre ihnen, ja, sogar eine demokratisch gewählte Bundeskanzlerin, die sagt, dass ich nicht heiraten darf, weil sie ein schlechtes Bauchgefühl dabei hat. Jetzt spricht Merkel aber davon, dass nach dem Massaker von Orlando unser „tolerantes und offenes Leben fortgesetzt“ werden müsse. Als ob das jemals zur Debatte stand. Als ob der Gedanke im Raum stünde, dass jetzt jeder Schwule und jede Lesbe nicht mehr auf die Straße ginge und keinen Club mehr besuchte.

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PR oder Humanität? Oder beides? Oder keines?

Ich staunte nicht schlecht, als ich heute gegen halb zehn aus meinem Küchenfenster sah. Ich wohne gegenüber eines Altersheims, muss ich dazu sagen. Da ist immer was los. Ernsthaft. Sind schon lustige Leutchen dabei, die bald mal einen eigenen Artikel wert sind. Aber heute bildete sich um den üblichen grauen Pulk mit Rollstühlen herum, der mächtiger war als sonst, noch zusätzlich eine diffuse rotgekleidete Horde. Ich dachte im ersten Moment an eine kollektive Organspendeaktion des DRK, sah dann aber ein Sparkassenlogo fett auf den Rücken der teilweise unbeholfen agierenden Rollstuhlführer prangen. Hmm.. Werden jetzt schon reihenweise die Leute zu einem Girokonto gezwungen? Quasi abgeholt und mit dem AOK-Shopper zum Schalter und zur Unterschrift gebracht, um den letzten Sparstrumpf aus dem Katheter zu leiern?

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Aufreger-Quicky des Tages: Grünversiffte Genderpolitik!

Da twitterte am Mittwochmorgen die baden-württembergische Landesregierung, dass der erste Koalitionsvertrag auf Länderebene zwischen den Grünen und der CDU stünde und ein „demokratisches Reifezeugnis“ sei. Weiter war von „guten Demokrat*innen“ in der Meldung die Rede. So weit so gut. Letzteres war aber Grund genug für Steffen Bilger, sich darüber aufzuregen, denn er twitterte, dass die Landesregierung diese „grüne Schreibweise“ doch zu unterlassen habe. Aha. Wer isn Steffen Bilger überhaupt? Ein Blick zu Wikipedia sagt: Niemand. Bundestagsabgeordneter, der Gelder frisst, von dem aber niemand je was gehört hat. Irgendjemand scheint ihn aber gewählt zu haben.

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