Aliens, UFOs und Leben im All

Autoren: Oliver und Stephan

Es ist offenbar ein beliebtes Thema, sich mit Leben im All zu beschäftigen. Ein ziemlich populärer Suchbegriff bei Google ist „UFO“. Sind wir alleine? Der Frage wollen wir uns heute widmen, und zwar auf faktischer Art und Weise. Keine Vermutungen, keine Hypothesen, reine und harte Tatsachen.

Sehen wir uns erstmal unleugbare Fakten an: Gibt es UFOs? Keine Ahnung. Es gibt keinen einzigen unstrittigen Beweis. Kann es welche geben? Das hängt von der folgenden Frage ab. Kann es außerirdisches Leben geben? Na klar! Jeder naturwissenschaftlich orientierte Mensch, der das anzweifelt, ist ein bornierter Idiot. Da ich die Kreationisten hier mal lapidar als Verschwörungstheoretiker abtue, gehe ich nicht von einem Erdalter von knapp 5000 Jahren aus, sondern halte mich an die Fakten. Das Alter der Erde wird über Meteoriteneinschläge bestimmt. Um es kurz und einfach zu halten: Es wird nachgesehen, welche Elemente in dem Meteoriten sind und das Alter eines Elements wird bestimmt, weil man davon ausgeht, dass beim Urknall das gesamte Universum aus einem Reservoir an Elementen entstand. Die Erde entstand wiederum aus einem Konglomerat von Gesteins- und Meteoriteneinschlägen, die genügend Gravitationsmasse erzeugten, um einen Rotationskörper in einer Umlaufbahn um die Sonne zu entwickeln. Das alles geschah nach der Pb-Datierung vor ca. 4,5 Milliarden Jahren. Leben entstand auf der Erde in mikroskopischer Form etwa 1 Milliarde Jahre später. Wieder eine Milliarde Jahre später haben Cyanobakterien den Sauerstoff entwickelt, den wir heute atmen. Damit konnte der Startschuss für die eigentliche Evolution gegeben werden. Also zusammenfassend: 1 Mrd. Jahre Bildung des Planeten und Abkühlung, 1 Mrd. Jahre Entwicklung von bakterieller Form des Lebens und Umwandlung des planetaren Klimas, 2,5 Mrd. Jahre Evolution bis heute, also quasi der gesamte Quartär, bis der Mensch mit seinen aberwitzigen und bemerkenswerten neurologischen Leistungen da steht. Fakten. Hart und bewiesen. Was bei der Nummer aber richtig witzig ist: Die Erde gehört zu den relativ jungen Planeten. Das Universum ist vor ca. 13,8 Milliarden Jahren entstanden. Nehmen wir das mal für die folgende Argumentation als Fakt 1.

Sehen wir uns jetzt mal an, was es für Erfolge in der Suche nach außerirdischem Leben so gibt. Ernsthafte Erfolge, die nachvollziehbar und empirisch belegbar sind. Das SETI-Projekt lasse ich dabei außen vor, denn es war bisher nicht erfolgreich. (Bis auf die kürzliche Meldung des Signals vom Stern HD164695, das noch auszuwerten bleibt.) Erfolgreich war bisher noch nichts, aber es gibt Potential, das nicht zu vernachlässigen ist. So gibt es da bspw. die Raumsonde Kepler. Seit Jahren schaut diese Sonde bereits in die Tiefen unserer Galaxie und sucht dabei nach erdähnlichen Planeten in der „habitablen Zone“. Das ist jener Gürtel um einen Stern oder roten Zwerg, auf dem die Temperaturen so geartet sind, dass Leben potentiell möglich und Wasser in flüssiger Form vorhanden sein könnte. Auf dieser Suche hat Kepler bereits über 1000 solcher Planeten bestätigt gefunden. Über 4000 unbestätigte Funde stehen aus. Allein in unserer Milchstraße. Allein seit 2009. Das sind jetzt keine „neuen Erden“, auf denen das Leben bereits sprießt und gedeiht, aber es wäre möglich, da die klimatischen Voraussetzungen theoretisch gegeben sind. Nennen wir das mal Fakt 2.

Jetzt sehen wir uns kurz an, wie das „beobachtbare“ Universum, also der Teil des Universums, von dem wir wissen, dass er existiert, aufgebaut ist. Dazu versuche ich, eine schematische Hierarchie zu symbolisieren. Wir leben auf der Erde > Die Erde ist ein Planet in unserem Sonnensystem > Das Sonnensystem ist Teil der Galaxie Milchstraße > Die Milchstraße ist Teil der „Lokalen Gruppe“, einer Anhäufung mehrerer Galaxien > Die Lokale Gruppe ist wieder Teil des Virgo-Superhaufens > Die „Lokale Superstruktur“ fasst mehrere dieser Superhaufen zusammen > Schließlich kommen wir zum beobachtbaren Universum, von dem wir ausgehen, dass es noch nicht das Ende ist.

640px-Position_der_Erde_im_Universum_4x2(Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Position_der_Erde_im_Universum#/media/File:Position_der_Erde_im_Universum_4x2.png)

Um einen Größenvergleich zu bekommen:
Die Erde hat eine Ausdehnung von 12.700 km.
Von der Erde bis zum Mond sind es 384.400 km. Also etwa die 30-fache Ausdehnung der Erde.
Ein Lichtjahr sind etwa 9,5 Billionen km. Also etwa die 745-Mio.-fache Ausdehnung der Erde.
Jetzt kommt’s:
a) Das Sonnensystem hat etwa eine Ausdehnung von 1,6-2 Lichtjahren. Je nachdem, was man als äußeren Rand bezeichnet.
b) Die Milchstraße hat einen Durchmesser von etwa 100.000-120.000 Lichtjahren.
c) Die Lokale Gruppe hat eine Ausdehnung von ca. 5 bis 8 Millionen Lichtjahren. (in Zahlen 5.000.000.000.000.000.000-8.000.000.000.000.000.000 km) Diese „Lokale Gruppe“ stellt etwa das 100millionstel des beobachtbaren Universums dar.
d) Springen wir direkt zu diesem Universum: Jetzt wird es einen kurzen Moment ein bisschen komplex. Es heißt deshalb beobachtbares Universum, weil wir uns einbilden, wir könnten einen Punkt x am äußersten „Rand“ des Universums mit entsprechenden Mitteln, die wir nicht oder noch nicht haben, beobachten. Beim Urknall expandierte das Universum und wir sprechen heute von einem Beobachtungshorizont, der theoretisch und salopp formuliert, den Rand dieses expandierenden Universums markiert. Da sich das Universum immer noch ausdehnt, sich aber nicht von uns weg bewegt, sondern der Raum sich um uns herum expandiert, sich also entsprechend Einsteins Relativitätstheorie in Raum und Zeit bewegt, können wir nicht von einem fixen Punkt ausgehen, an dem wir uns in dieser Raumzeit befinden. Wir können also auch nicht fix bestimmen, wie groß das Universum ist. Wir können aber faktisch sagen, dass seit dem Urknall die Expansion von einem Beobachtungspunkt bis zum Beobachtungshorizont 46,6 Milliarden Lichtjahre beträgt. Ich schreibe jetzt nicht die Nullen auf.
Nennen wird das Fakt 3.

Um Fakt 4 zu beziffern, müssen wir uns ein bisschen mit der Evolutionstheorie auseinander setzen. Und an dieser Stelle möchte ich – und das ist mir ein persönliches Verlangen – mit dem Begriff der „Theorie“ aufräumen. Es besteht eine wahnsinnig große Diskrepanz zwischen dem, was der Volksmund mit Theorie bezeichnet und dem, was man wissenschaftlich unter einer Theorie versteht. Jeder kennt den Spruch von Theorie und Praxis. Der suggeriert irgendwo, dass eine Theorie etwas ist, das noch nicht praktisch bewiesen sei, dass jemand sich etwas ausgedacht hat, das keinen praktischen Nutzen oder einen Ursprung hat, der irgendwie nachvollziehbar ist. Die wissenschaftliche Theorie hat aber genau diesen Anspruch. Sie muss durch geeignete Mittel, wie zum Beispiel Experimente oder logische Erkenntnisse empirisch verifiziert oder falsifiziert werden können. Übrigens heißt es auch „Gravitationstheorie“. Zweifelt heute auch keiner an. Selbst der Papst nicht. Also:

Theorie = bereits verifiziert oder falsifiziert
Hypothese = noch nicht verifiziert oder falsifiziert

Und es heißt Evolutionstheorie, nicht Evolutionshypothese! So, das musste mal sein.

Wenn wir von „DER“ Evolutionstheorie sprechen, ist das schon ziemlich schwammig, denn es gibt mehrere. Eigentlich bezeichnen wir mit dem Begriff die von Darwin, die auf dem Prinzip der Vererbung, Variation und der natürlichen Selektion beruht. Die Theorie ist durch empirische Beweise gesichert. Die Beweise sind interdisziplinär erbracht, jeweils durch Paläontologen, Geologen, Biologen, Chemiker, Kulturwissenschaftler, etc. Ich werde die Beweise hier nicht aufführen, das sprengt den Rahmen. Das ist aber auch genauso müßig, als würde ich innerhalb eines mathematischen Beweises einer Integralfunktion zunächst einmal beweisen, dass das Produkt aus 1*1 1 ergibt.
Ich hatte in Fakt 1 erwähnt, dass die Evolution zum heutigen Menschen 2,5 Milliarden Jahre gedauert hat. Natürlich ist das, angesichts der neuronalen Fähigkeiten, die Menschen haben, nicht viel. Sehen wir uns das näher an. Die Lebenserwartung früherer Menschen war geringer als die der heutigen. Dementsprechend war ein Vererbungsdurchlauf zur Variation schneller erreicht.
Nehmen wir uns als Beispiel mal das Beispiel, das auch Darwin, als Parade genommen hat: Das Auge. Nichts ist am menschlichen Körper komplexer und beachtenswerter, nichts lässt uns mehr mit der Umwelt interagieren. Und doch: Dieses hochkomplexe Organ ist im Vergleich zu dem, was es so in der Tierwelt gibt, noch ziemlich minderbemittelt. Darwin hatte in seinem Buch „The origin of species“ das Auge des Adlers behandelt, der aus riesiger Höhe Beutetiere „heranzoomen“ kann. Wie kann sich das Auge in 2,5 Milliarden Jahren so entwickeln? Den Beweis dafür hat ein Forscherteam der Uni Basel 2015 geliefert. Es gab einen „Prototypen“, der sich aus einer lichtempfindlichen Nervenzelle entwickelt hat. Wahrscheinlich bei einem Wurm oder vielleicht bei einem noch kleineren Lebewesen. Es lieferte den Vorteil, Nahrung nicht mehr nur durch den Tastsinn oder andere Weise aufzuspüren, sondern gezielt durch Verschiebung des Körpers und durch Differenzierung in Richtung der Helligkeit anzupeilen. Dieser Vorteil war ein Selektionsmerkmal, das sich gegenüber Artgenossen, die diesen Vorteil nicht hatten, durchsetzte. Die Individuen, die aufgrund der variierten Photozelle schneller an Nahrung kamen, setzten sich durch.
Die Weiterentwicklung zu den verschiedenen Typen von Augen in den verschiedenen Spezies heutzutage muss man sich nun nicht linear vorstellen, d.h., dass nicht nur ein Individuum seine Merkmale an den Nachkommen und dieser wieder weiter gegeben hat, sondern man muss die Nachkommenschaft insgesamt sehen. Jedes Individuum hat (wahrscheinlich) nicht nur einen Nachkommen, dieser wieder nicht nur einen und so fort. So sieht man, dass die Evolution gemessen auf einer Zeitachse exponentiell wächst. Das heißt dann auch, dass eine so „geringe“ Zeit, wie 2,5 Milliarden Jahre, für die Entwicklung eines so immens komplexen Organismus‘ wie den Menschen funktionieren kann.

Zudem ist es ja nicht so, dass zuerst das eine Organ, dann das nächste Organ, dann das nächste, und so fort entwickelt wurde. Es lief zeitgleich ab. Und der Ablauf besteht noch immer. Wir befinden uns noch immer mitten in einer Evolution. Die Nummer mit dem aufrechten Gang bspw. war zu der damaligen Zeit ein Vorteil gegenüber Artgenossen, aber wir haben heute extrem damit zu kämpfen. Rückenschmerzen sind bei vielen alltäglich. Auch Evolutionskrankheiten wie Zöliakie sind Anzeichen einer Evolution, der wir uns nicht erwehren können.
Das also zu Fakt 4.

Zuletzt Fakt 5. Der benötigt etwas mehr Imaginationsvermögen, als es viele Wissenschaftler aufbringen können. Wir haben uns die Evolutionstheorie angesehen und entdeckt, dass es durch Selektion möglich ist, Arten zu entwickeln. Wir haben auch gesehen, dass Kepler im Weltall nach erdähnlichen Planeten sucht, weil es da vielleicht Leben geben könnte. Wir gehen aber mit einer gewissen Arroganz an die Sache heran, wenn wir vermuten, dass es nur diese eine Art von Leben geben kann, nämlich die, die wir kennen. Jene Form von Leben, die Sauerstoff benötigt, auf Kohlenstoff basiert, etc. Der Witz bei der Nummer ist aber, dass Sauerstoff eigentlich ein giftiges Gas ist und erst durch den Evolutionsprozess dieses Gas zu einer Lebensbedingung gemacht wurde. Wenn wir also nach Planeten mit Sauerstoff suchen, weil es dort Leben geben könnte, ist das reine Arroganz, oder die Suche nach einer alternativen Erde, auf der man siedeln könnte.

Die Evolution auf der Erde zeigt, dass selbst die Artenvielfalt der heimischen Fauna nicht zwingend mit dem auskommen muss, was wir Menschen als „angenehm“ empfinden. So gibt es Leben im ewigen Eis unter extremem Druck und sogar bei 400°C Hitze im Wasser. Das machte die Evolution in 2,5 Milliarden Jahren machbar. Hier zuhause. Wenn wir jetzt einen Schritt weiter denken und uns im Universum umsehen, wäre es durchaus denkbar, dass eine andere Evolution auf einem anderen Planeten stattgefunden hat, unter anderen Bedingungen. Vielleicht nicht gerade auf einem Gasriesen, aber selbst dafür hatte Prof. Michio Kaku bereits Lösungen. Schwebende Riesenamöben. Science-Fiction mal ganz beiseite lassend, obwohl in diesem Fall eher Science als Fiction – müssen wir bei aller Imaginationskraft eines bedenken: Die Grundregeln der Physik gelten überall. Hier auf der Erde genauso wie irgendwo im Raum. Dazu zählen natürlich auch die submolekularen und -atomaren physikalischen Regeln. Ein Grundprinzip ist hier die Einfachheit. Ohne jetzt zu sehr in die Biochemie abzuschweifen, sei gesagt, dass man wohl nicht davon ausgehen kann, dass grundlegende Lebensbausteine zu finden sein werden, deren Ketten auf Atomen mit hoher Ordnungszahl beruhen. Das hieße dann, dass unser Modell, ein auf Kohlenstoff basierender Organismus, oder ein auf der darüber liegenden Schale, auf Silizium basierender Organismus, am wahrscheinlichsten ist. Alles darüber würde Ideenansätze über jede Form von wie auch immer gearteten Zellmustern sprengen. Aber schon diese beiden Modelle bergen eine Vielzahl von verschiedenen Variationen, je nach Umgebung. Man bedenke nur mal, ob es sich um einen Gesteins-, Wasser- oder Gasplaneten handelt, ob die Sonne ein Roter Zwerg oder eine Sonne wie bei uns ist. Wäre sie bspw. ein Roter Zwerg, würde sie ein gänzlich anderes Licht emittieren, was für den Fall einer Photosynthese die Farbe der Organismen, die diese betreiben, von grün zu dunklem violett ändern würde. Wenn man so was weiter spinnen würde, könnte es auch sein, dass die dominierende Spezies eines Planeten, die Energiegewinnung nicht wie wir durch Jagd auf Beute, sondern durch eben diese Photosynthese erzielt. Sie hätte vielleicht violette Haut oder gar Sonnenkollektoren. Das sind aber nun wirklich Hypothesen, die gar keinem Beweis mehr folgen. Was ich damit aber sagen möchte ist allerdings, dass wir nun die Fakten zusammentragen müssen.

Fakt 1: Die Erde gibt es seit 4,5 Milliarden Jahren. Das Universum seit 13,8 Milliarden Jahren.
Fakt 2: Es gibt Stand jetzt über 1000 bestätigte Funde von Planeten in der habitablen Zone. Die benutzte Kepler-Sonde untersucht die Milchstraße mit einer Ausdehnung von ca. 100.000 Lichtjahren.
Fakt 3: Das Universum hat einen Radius von ca. 46,6 Milliarden Lichtjahren.
Fakt 4: Die Evolution bringt an allen Orten der Welt Lebewesen hervor. Auch unter extremsten Bedingungen.
Fakt 5: Die Regeln der Physik gelten überall im Universum.
Bringen wir jetzt diese BEWIESENEN Fakten zusammen, bleibt eigentlich nur eine Frage: Welcher halbwegs klar denkende Mensch meint denn immer noch, dass es da draußen kein anderes Leben geben kann? Die Wahrscheinlichkeit, dass wir alleine sind, ist aus mathematischer Sicht asymptotisch irgendwo bei 0,1%. Die Evolution findet ihren Weg.

Hinzu kommt, dass die Erde sehr jung ist. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass eine Spezies höher entwickelt ist, ist recht hoch. Aber auch, dass es jüngere Spezies gibt, ist wahrscheinlich. Es wird nicht nur eine Art da draußen sein.
Über 1000 bestätigte Planeten in der habitablen Zone, die für uns Menschen interessant wären. Das bedeutet, dass das nur in diesem winzig, winzig kleinen Teil der Milchstraße interessant ist und nur für uns Menschen. Für andere Spezies, die vielleicht ein ganz anderes Bedürfnis nach Leben haben, sind diese Planeten vielleicht völlig uninteressant. Danach suchen wir derzeit gar nicht. Es gibt Milliarden von Planeten, die um eine Sonne kreisen, von denen man potentiell annehmen könnte, dass es Leben auf diesen geben könnte. Schon Einstein postulierte, dass jemand dumm sein müsste, wenn er diese Tatsache ignorierte.

Es kommt aber ein ganz anderes Problem auf uns zu, wenn wir an einen Kontakt denken. Nämlich das der Entfernung. Mit der Technologie, die uns heute sowohl praktisch als auch theoretisch zur Verfügung steht, ist eine Überbrückung der Entfernung nicht möglich. Ein kurzes Rechenbeispiel:
Der Planet Kepler-186f ist etwa so groß wie die Erde, im Sternbild Schwan. Er ist 490 Lichtjahre entfernt. Das ist eine Distanz von 4.635.757.931.564.592 also, um es zu vereinfachen, 4,6 Billiarden km entfernt. Nehmen wir mal an, dass wir uns mit einer Rakete bewegen. Saturn V war eine unserer schnellsten, mit ca. 40.000 km/h. Wenn wir das annehmen, ist eine Crew sage und schreibe 13.229.902 Jahre bis zu dem Planeten unterwegs. Ich hoffe, die haben Netflix dabei.
Das Problem ist ganz einfach. Mit jedem Rückstoßantrieb werden wir nicht in der Lage sein, interstellare Raumflüge durchzuführen. Es müssen neue Antriebstechnologien her. Und zwar solche, die mit Überlichtgeschwindigkeit arbeiten. Das Problem hierbei ist aber, dass diese in herkömmlicher Form nicht machbar sind. Das Licht ist in der Physik die schnellste messbare Konstante mit grob 300.000 km/s im Vakuum. Das würde bedeuten, dass wir, würden wir mit Lichtgeschwindigkeit reisen, zu Kepler-186f noch immer 30.143 Jahre unterwegs wären. Da würden wir mit ein paar Staffeln Dr. Who schon hinkommen, aber noch immer wäre das nicht machbar.
Bedeutet, dass wir noch schneller sein müssen. Was wie Science-Fiction klingt, wird derzeit in NASA-Laboren getestet: Der Warp-Antrieb. Man sagt, dass er etwa in 100 Jahren fertig sein könnte. Neil deGrasse Tyson sagt aber auch, dass höher entwickelte Aliens uns wahrscheinlich mindestens 100 Jahre voraus sein müssten. Ein Zufall?
Was ist der Warp-Antrieb? Sicher hat den jeder schon mal irgendwo gehört. Im Prinzip setzt er nicht die Physik außer Kraft, sondern biegt sich die Gesetze zurecht. Im Wortsinn. Er bezieht sich auf den speziellen Teil von Einsteins Relativitätstheorie in dem Einstein von der Raumzeit spricht. Der Antrieb setzt nun nicht voraus, dass sich das Schiff durch den Raum von Punkt x zu Punkt y bewegt, sondern bündelt, vereinfacht gesagt, den Raum, der zwischen den beiden Punkten liegt zu einer Blase zusammen. Er verschiebt also quasi den Raum um das Schiff herum, anstatt das Schiff im Raum. Ich bin gespannt, wann ich mehr über die Arbeiten vom Team um Dr. White hören werde.

Ebenfalls interessante Ansätze wären es, über die Hawking‘sche Raumzeittheorie, nicht den Raum, sondern die Raumzeit im Gesamten zu bündeln. Man würde die gesamte Strecke zurücklegen, würde aber zur gleichen Zeit ankommen, an der man abgefahren ist. Das ist aber nun wirklich Science-Fiction. Einzig zurück bliebe ein „Plopp“, das im Vakuum nicht mal zu hören wäre, obwohl es bestimmt witzig wäre.

Eine letzte Frage bleibt zu fragen, die wir aber nun nicht beantworten können: Werden wir regelmäßig von Aliens besucht? Im Bereich des Möglichen könnte das liegen. Es gibt keine nennenswerten Beweise, die das untermauern. Außer Verschwörungstheorien, unscharfen Videoaufnahmen etc. gibt es nichts, das auf Besuche aus dem All hinweisen. Man möge mich hier gerne korrigieren, aber ich habe sowohl bei den Recherchen, als auch bei offiziellen Statements noch keine Aliens gesehen. Aber halten wir uns mal die Wahrscheinlichkeiten vor Augen. Sollte es eine Zivilisation da draußen geben, die die Technologie besitzt, interstellar zu reisen, das heißt, tatsächlich einen Warp-Antrieb entwickelt hat, denn den braucht es, um uns zu besuchen, ist diese Zivilisation uns evolutisch weit überlegen. Halten wir uns jetzt noch vor Augen, dass unser Genom zu 96-99% mit dem eines Schimpansen identisch ist, dann können wir getrost davon sprechen, dass für einen außenstehenden, außerirdischen Beobachter die menschliche Spezies nicht wirklich als dominierende intelligente Rasse hervorsticht. Hinzu kommt, dass diese Rasse, die sich für so intelligent hält, sich selber durch Religions- und andere Kriege vernichtet. Sie teilt sich in kleine Gruppen auf, die jeweils einen anderen unsichtbaren Gott anbeten, von dem sie behaupten, es sei der einzig wahre, und töten in dessen Namen ihre Mitmenschen in den anderen Gruppen. Wer jetzt noch meint, dass ein außerirdischer Beobachter des Ganzen im Orbit, der auf uns herab blickt, dieses Verhalten als intelligent bezeichnen würde, dem ist nicht mehr zu helfen.
Wir sollten unsere Energie eher damit verbringen, Technologien zu entwickeln, die uns helfen, unser Leben zu organisieren und nach Höherem zu streben. Das wäre ein Zeichen von Intelligenz und Weiterentwicklung. Sollten Aliens tatsächlich auf uns aufmerksam werden, dann wären sie zu diesem Zeitpunkt eher nicht an uns interessiert. Wir wären wohl eher so etwas wie Wildtiere für sie, die niedlich sind zu beobachten. Die einzigen Gründe, die sie hätten, hierherzukommen, wären vielleicht Ressourcen unseres Planeten, die sie nicht haben. Aber an unserer Rasse wären sie nicht interessiert, geschweige denn an irgendwelchen Tests und Entführungen. Wenn seit den 50er-Jahren, seit Roswell, tatsächlich irgendwelche Intelligenztests gemacht wurden, dann müssten die Aliens mittlerweile schon mitbekommen haben, wie dumm wir sind und sind abgezogen. Sie sollten, da sie uns ja technologisch überlegen sind, mittlerweile unsere Anatomie kenne und auch die Prinzipien der Evolution verstanden haben. Daher wissen sie genau, wann die Menschheit zu was fähig ist.
Ich würde bei den Entführungsgeschichten skeptisch an anderer Stelle suchen, wer da entführt und ob überhaupt. Aber ich weiß, dass da auf Schnulliwuck schon an einer anderen Story gearbeitet wird 😉
Bei allem anderen: Benutzt eure Intelligenz dazu, nachzudenken und mal aus der Perspektive der Aliens zu schauen. Lasst eure Intelligenz für Gedankenexperimente spielen, forscht, schreibt, werdet aktiv für euer Gehirn, dazu ist sie da. Und vor allem: Seid offen für alles Neue! Das bringt unsere Rasse dann auch weiter.

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