Der Witz im Witz

Aufreger des Tages:

Es wäre wirklich witzig, wäre es nicht schon so dramatisch. Ich muss an dieser Stelle ein riesen Lob an die #HoGeSatzbau aussprechen. Die befassen sich jeden Tag aufs Neue damit, den mehr oder minder begabten Wutbürgern die deutsche Sprache näherzubringen. Mehr minder als mehr mehr. Trotz Studiums der Germanistik, trotz Lehrbefähigung hätte ich nach gewisser Zeit resigniert. Auch mir fällt es zunehmend schwerer, die grammatikalischen Entgleisungen, neologistischen Auskotzungen und morphologischen Tastaturgeballerer zu ignorieren oder zumindest kopfschüttelnd zu ertragen, die sich mir tagtäglichen auf Facebook offenbaren; zunehmend und vor allem in einschlägigen Gruppen und/oder Threads, die sich mit Flüchtlingen und Themen der Migration beschäftigen. Es stellt sich mir nicht zum ersten Mal die Frage: Sollten nicht jene Menschen, die sich um den Erhalt einer deutschen Kultur, wie auch immer man die definieren mag, bemühen, sich zunächst um die rudimentären Errungenschaften einer solchen zu kümmern? Weiterlesen

Quicky des Tages: Danksagungen

Eben eine Durchsage in der Bahn: „Beim Verlassen des Zuges achten Sie bitte darauf, dass Sie Ihre persönlichen Gegenstände mitnehmen. Vielen Dank!“ Warum bedankt der sich? Sollte ich mich nicht eher bedanken? Der kennt mich offenbar. Ich lass immer alles liegen. Ist ja nett von ihm, dass er mich erinnert. Als ich dann so da saß und verwirrt darüber nachdachte, wieso zum Fuchs der Typ auf dem Band sich bedankt, wenn er Leuten einen freundlichen Hinweis gibt, fiel mir auf, dass sich dauernd und inflationär bedankt wird. Eigentlich für so ziemlich alles. Es ist ja schön, höflich zu sein. Steh ich drauf und es erleichtert den Umgang mit Menschen. Weiterlesen

PR oder Humanität? Oder beides? Oder keines?

Ich staunte nicht schlecht, als ich heute gegen halb zehn aus meinem Küchenfenster sah. Ich wohne gegenüber eines Altersheims, muss ich dazu sagen. Da ist immer was los. Ernsthaft. Sind schon lustige Leutchen dabei, die bald mal einen eigenen Artikel wert sind. Aber heute bildete sich um den üblichen grauen Pulk mit Rollstühlen herum, der mächtiger war als sonst, noch zusätzlich eine diffuse rotgekleidete Horde. Ich dachte im ersten Moment an eine kollektive Organspendeaktion des DRK, sah dann aber ein Sparkassenlogo fett auf den Rücken der teilweise unbeholfen agierenden Rollstuhlführer prangen. Hmm.. Werden jetzt schon reihenweise die Leute zu einem Girokonto gezwungen? Quasi abgeholt und mit dem AOK-Shopper zum Schalter und zur Unterschrift gebracht, um den letzten Sparstrumpf aus dem Katheter zu leiern?

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